Weimar, im Dezember 2019

RENFT in Greifswald, Foto © Michael Abel

Marcus war – bevor ihm seine gesammelten Krankheiten in die Finger krochen – einer der besten Bassisten, mit denen ich je zusammen spielen durfte. Nicht nur am Instrument; nein, ebenso als Musiker überhaupt. Einer, den man in ein beliebiges Orchester hätte setzen können (seine Mutter war Opernsängerin) und der mit dem „ersten Blick“ – „prima vista“ – fehlerfrei duch die Partitur gegangen wäre.

Nun, dazu kam es nur am Rande. Die Beatles sowieso, später Led Zeppelin, The Who und Deep Purple waren stärker!

Wenn ich mich richtig erinnere, hieß die erste Band von Bedeutung, in der er spielte „Setzei“. Dem folgte die Zusammenarbeit mit einer der kraftvollsten ostdeutschen Kapellen der späten 70er und 80er Jahre: Reform, der klugen Chansoneuse Barbara Thalheim, die Beschäftigung mit den „Childrens Songs“ von Chick Corea, mit Philip Glass-Stücken und vielem anderen.

Seit 1998 bis zum vergangenen Sonntag, dem 1. Advent 2019, 10 Uhr morgens, dann: RENFT. Die große Kultband des deutschen Ostens, die für ihn schon früh in musikalischer, aber auch politischer Hinsicht Vorbild gewesen ist. Für uns alle am Wichtigsten: Es gibt nur sehr selten solch freundliche, liebevolle, gütige und tolerante Typen, wie er einer war. Marcus, den 2,04 Meter-Mann mit dickem Bauch hatten alle gern wenn nicht gar lieb!

Kuno nannte ihn fast zärtlich: „meine kleene, lange Saufsau“.

Unsere Fans nennen ihn „Baßkran“.

Solche Mengen Schnaps und Bier erträgt kein Körper auf lange Dauer. Er wusste das.

Es ist für uns alle, die wir bei RENFT spielen, ein Verlust ohnegleichen!

Wir werden für Dich am 7. Dezember in Magdeburg auf der Bühne stehen. Weil Du es so gewollt hättest.

Ich werde ihn immer tief, tief in meinem Herzen tragen!

Es bedürfte schönerer Worte…

Delle Kriese (RENFT)